OPERATIV STARK - BEZIEHUNGEN ALS ENGPASS
- Irene Ryser
- 19. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Eine Reflexion über emotionale Bindung im Gesundheitswesen - Teil 2 von 6
Viele Teams im Gesundheitswesen arbeiten hoch effizient. Abläufe funktionieren und Aufgaben werden erledigt. Und dennoch höre ich Sätze wie:
"Wir reden viel – aber verstehen uns wenig.“
„Nicht der Einsatz der Einzelnen fehlt – sondern oft der Raum für echtes Miteinander.“
Im anspruchsvollen medizinischen und pflegerischen Umfeld wird die Qualität von Beziehungen oft fälschlicherweise als "weicher Faktor" abgetan. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Verlässliche, von Vertrauen getragene Verbindungen sind ein entscheidender Resilienzfaktor, der Menschen hilft, auch unter dem enormen Druck des Arbeitsalltages handlungsfähig, mutig und kreativ zu bleiben.
Ohne das Gefühl der Verbundenheit funktionieren Teams nur operativ, nicht kooperativ. Für interdisziplinäre Teams, in denen Ärzte, Pflegefachpersonen und Therapeuten eng zusammenarbeiten, hat dieser Satz eine existenzielle Bedeutung. Wo Vertrauen fehlt, leidet nicht nur die Zusammenarbeit, sondern auch die Behandlungsqualität und Patientensicherheit.
Die berühmte Langzeitstudie der Harvard Study of Adult Development zeigt seit Jahrzehnten: Gute Beziehungen sind der wichtigste Faktor für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit – eine Erkenntnis, die für Fachpersonen, die sich täglich um die Gesundheit anderer kümmern, eine besondere Relevanz besitzt.
Wenn Verbundenheit fehlt, steigt der Stress – und mit ihm:
Fehleranfälligkeit
Rückzug
Konfliktvermeidung oder Eskalation

Reflexionsfrage:
„Wo brauchen wir neben den funktionierenden Arbeitsabläufen mehr Beziehungsqualität?
In meiner Arbeit mit Führungsteams zeigt sich immer wieder: Der Engpass liegt selten in der Fachlichkeit – sondern in der Qualität der Verbindung.
In den kommenden Beiträgen (3-6) teile ich mit Ihnen, Interventionen für die Stärkung der sozialen Fitness und warum soziale Fitness zur strategischen Führungsaufgabe wird.
Irene Ryser - Ihre Sparringspartnerin im Gesundheitswesen



